10. März 2025
Bad Kreuznach, 10. März 2025 // Gute Nachrichten aus den Diakonie-Kliniken Bad Kreuznach: Die im Gaza-Krieg schwer verletzte sechsjährige Malak hat sich nach einer erfolgreichen Operation gut erholt. Monatelang hatten sich deutsche Hilfsorganisationen darum bemüht, schwer verletzte Kinder aus Gaza zur Behandlung nach Deutschland zu holen. Malak ist erst das zweite Kind, das diese Chance bekommen hat. Malak wurde nach Angaben ihrer Mutter bei einem Beschuss durch einen Panzer im Gazastreifen im Unterleib verletzt. Sie überlebte, weil sie in einem Krankenhaus in Rafah erstversorgt werden konnte. Ihr Bauchwandbruch stellte jedoch nach wie vor eine akute Bedrohung dar: Durch die Lücke in der Bauchdecke hätte sich der Darm einklemmen und zu einem tödlichen Darmverschluss führen können. André Borsche, der vor seinem Wechsel in den „Ruhestand“ jahrzehntelang als Chefarzt der Plastischen Chirurgie tätig war, hat im Diakonie-Krankenhaus viele Kinder aus Krisengebieten operiert. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Kinderabteilung der Diakonie unter der Leitung von Dr. Christoph von Buch werden diese Kinder in Bad Kreuznach medizinisch und pflegerisch bestens betreut. „Besonders dankbar bin ich, dass ich Mohammed Froka für diesen Eingriff gewinnen konnte, den Leitenden Oberarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Chefarzt Dr. Gunnar Proff, der ein Experte auf dem Gebiet der Hernien ist“, erklärt Borsche. In einer zweistündigen Operation versorgten er und Mohammed Ibrahim Froka den ausgedehnten Bauchwandbruch und verschlossen die Bauchwandlücke. Für Froka war es der erste Einsatz für ein „Interplast-Kind“, aber nach eigener Aussage „nicht der letzte“. Sicherheitsbedenken auf Seiten deutscher Behörden Die Genehmigung für die Einreise zur medizinischen Behandlung war schwierig zu erlangen, weil deutsche Behörden Sicherheitsbedenken hatten. In wenigen Einzelfällen wurde schließlich die Einreise in Begleitung einer weiblichen Person genehmigt — so auch für Malak und ihre Mutter. All dies organisierte die Kölner Hilfsorganisation Refugees Foundation. Erst nachdem Dr. Borsche eine Gastfamilie gefunden und zugesichert hatte, die Behandlungskosten zu übernehmen, folgte die Einreisegenehmigung. In Bad Kreuznach sind Malak und ihre Mutter bei der Familie von Ibtessam Beidoun untergebracht, und sie werden von Corinne Werberich liebevoll mitbetreut. „Wir sind unglaublich erleichtert, dass sie die Behandlung so gut überstanden hat“, sagt Malaks Mutter. Sie kann es kaum erwarten, wieder mit ihrer Familie vereint zu sein und ein normales Leben zu führen. Denn ihre Zukunft ist noch ungewiss. Sie wird mit Malak nach Ägypten zurückkehren, wohin sie mit ihren sechs Kindern nach dem Angriff und der Zerstörung ihres Hauses geflüchtet ist. Ihr Ehemann ist in Gaza geblieben. Das Foto zeigt (von links) Corinne Werberich, Noura Sadeq mit ihrer Tochter Malak, Dr. André Borsche und Mohammed Ibrahim Froka Quelle: Sandra Beck Stiftung kreuznacher diakonie