Berichte und Reportagen

20. Januar 2026
Bingen, 20. Januar 2026 // Der Feldrittersporn steht stellvertretend für die extrem bedrohte Pflanzengruppe der Ackerwildkräuter. Die TH Bingen widmet sich dem Schutz dieser Pflanzen in einem eigenen Forschungsprojekt. Die Loki-Schmidt-Stiftung hat den Acker- oder Feldrittersporn (Consolida regalis) zur Blume des Jahres 2026 gekürt. Damit will sie auf den dramatischen Artenschwund in Agrarlandschaften aufmerksam machen. Ein Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule (TH) Bingen möchte Ackerwildkräuter in Rheinland-Pfalz wieder ansiedeln und besser schützen. Viele Ackerwildkräuter stehen auf der Roten Liste bedrohter Pflanzenarten. Grund dafür sind die intensive Landwirtschaft sowie der Einsatz von Herbiziden und Düngemitteln. Im Projekt der TH Bingen „Rückkehr und Schutz von Ackerwildkräutern – Etablierung von Erhaltungsäckern in Rheinland-Pfalz“ werden die letzten Bestände dokumentiert und gesichert. Im zweiten Schritt sollen Ackerwildkräuter wieder angesiedelt werden. Denn die Forschenden konnten zeigen, dass die unscheinbaren Pflanzen auf den Äckern den wichtigsten Baustein der Biodiversität darstellen. Auch für die heimische Insektenwelt sind die Kräuter eine essenzielle Nahrungsquelle oder dienen als Winterquartier. Deshalb sollen Erhaltungsäcker etabliert und potenzielle Standorte dokumentiert werden. Die verschiedenen Arten der Ackerwildkräuter werden an die Saatgutbank des botanischen Gartens Mainz geschickt und dort eingelagert. Die ersten Erhaltungsflächen gibt es schon: Die Stadt Mainz hat einen Acker auf dem Lerchenberg zur Verfügung gestellt. Dort werden selten gewordene Ackerwildkrautarten zusammen mit Winterweizen angepflanzt. Landwirt*innen, die daran interessiert sind, Flächen als Erhaltungsäcker zur Verfügung zu stellen, können sich an Anja Doeker (Projektmitarbeiterin der TH Bingen) unter a.doeker@th-bingen.de wenden. Das Forschungsprojekt wird durch die Aktion Grün des Landes Rheinland-Pfalz gefördert und läuft noch bis Ende Februar 2027. Weitere Informationen: https://www.th-bingen.de/forschung/rund-ums-forschen/projekte/ackerwildkraeuter-ii Feld- oder Ackerrittersporn Der Feldrittersporn (Consolida regalis) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse, blüht von Mai bis September und ist leicht giftig. Medizinisch wurde ihm eine harn- und wurmtreibende Wirkung zugeschrieben. Mit seinen leuchtend blau-violett gefärbten Blüten ist er nicht nur schön anzusehen, sondern steht stellvertretend für eine Vielzahl an Ackerwildkräutern, die von Getreideäckern oder Wegrändern verdrängt worden sind. Quelle: Jessica Pleiner, Technische Hochschule (TH) Bingen Foto: Agnieszka Kwiecień | CC BY-SA 4
10. Januar 2026
Sprendlingen, 10. Januar 2026 // Am Mittwochabend, 7. Januar 2026, führten die Feuerwehren Sprendlingen und Badenheim gemeinsam mit den DLRG Ortsgruppen Nieder-Olm / Wörrstadt e. V. und Sprendlingen-Gensingen eine Eisrettungsübung an einem See bei Sprendlingen durch. Ziel der gemeinsamen Ausbildung war es, die Rettung von Personen zu trainieren, die auf zugefrorenen Gewässern ins Eis eingebrochen sind. Auch in Rheinhessen frieren zahlreiche kleinere Gewässer zu und verleiten zum Betreten. Das wechselhafte Wetter mit Frost- und Tauphasen macht das Eis jedoch unberechenbar und stellt eine erhebliche Gefahr dar. Vor diesem Hintergrund stand neben der technischen Rettung insbesondere die enge Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen im Mittelpunkt. Die Übung wurde gemeinsam von Wehrführer Stefan Schramm (Feuerwehr Sprendlingen), Malte Rieth von der DLRG Nieder-Olm / Wörrstadt sowie weiteren Ausbildern der DLRG geleitet. Dabei wurden Einsatzabläufe abgestimmt, der sichere Umgang mit dem vorhandenen Material geschult und verschiedene Rettungsszenarien realitätsnah dargestellt. Erprobt wurden unterschiedliche Rettungsmethoden – beginnend mit einfachen Hilfsmitteln wie Wurfleinen, über den Einsatz von Steckleitern zur Gewichtsverteilung auf dem Eis bis hin zum Einsatz eines aufblasbaren Eisretters. Die Teilnehmenden konnten so die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren praktisch kennenlernen. Unterstützt wurde die Übung durch die Drohnenstaffel des THW Bingen, die das Geschehen dokumentierte und wertvolle Übersichtsaufnahmen zur Nachbereitung lieferte. Der Brand- und Katastrophenschutzinspektor des Landkreises Mainz-Bingen, Yannick Georges, machte sich vor Ort ein Bild von der Übung und zeigte sich beeindruckt von der reibungslosen Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzorganisationen. Die beteiligten Organisationen nutzten die Gelegenheit, um eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen zu warnen. Besonders Randbereiche von Gewässern sind häufig brüchig und können das Gewicht von Personen nicht zuverlässig tragen. Wichtige Hinweise bei einem Eisunfall: • Ruhe bewahren • Am Eisrand festhalten und versuchen, sich flach wieder auf tragfähiges Eis zu ziehen • Um Hilfe rufen • Als Helfer sofort den Notruf 112 wählen und sich nicht selbst in Gefahr bringen • Dem Verunfallten einen Gegenstand (z. B. Leiter, Ast, Schal) reichen und Abstand zum Eisloch halten • Eigenes Gewicht möglichst großflächig verteilen • Gerettete Personen in warme Decken hüllen und langsam aufwärmen Zum Abschluss der Übung zogen die Beteiligten ein durchweg positives Fazit. Bei Warmgetränken und Würstchen ließ man den Abend im Feuerwehrhaus Sprendlingen ausklingen. Quelle: Stefan Schramm, Feuerwehr Sprendlingen Foto: Kreuznach112 / DLRG Nieder-Olm / Feuerwehr Sprendlingen
1. Dezember 2025
Kirn/Bad Kreuznach, 1. Dezember 2025 // Mit einem gewaltigen Krach weckte der Startschuss zum 41. Brotpfenniglauf der Bäckerinnung am Samstag, 29. November 2025, um 11.30 Uhr die halbe Stadt Kirn: Am Marktplatz schickten Innungsobermeister Alfred Wenz und Volksbank-Vorstandschef Patrik Miljes gut 45 Läuferinnen und Läufer auf die Reise nach Kreuznach schickten. Insgesamt liefen 70 Aktive auf Teilstrecken oder über die Gesamtdistanz. Schon nach 3.26 Stunden lief der erste ins Ziel – er war durchgebrummt, steckte noch 50 Euro in die Brotpfennig-Spendendose und war weg. Alle anderen waren wie gewohnt zusammengeblieben, hielten unterwegs mal ein Schwätzchen, machten es gemütlich, wie der langjährige Teilnehmer Rene Schindler anmerkte. Denn nach einer für viele Teilnehmer*innen langen Marathonsaison ging man nicht mehr auf Bestzeiten-Jagd. Die rund 42 teils bergigen Kilometer wollen in gut fünf Stunden erst mal bewältigt sein. In seinen bislang 40 Auflagen hat der Lauf weit über 300 000 Euro für regionale Hilfsorganisationen eingebracht hat. Volksbank-Vorstand Thomas Reinig bekräftigte, dass sein Geldinstitut diese regionale Benefizaktion sehr gerne unterstütze – auch in Zukunft. Obermeister Wenz will „solange die Füße tragen“ die Veranstaltung weiterführen — wenn die treuen Helferinnen und Helfer mitmachen. Da sind beispielsweise der unermüdliche Begleiter Manfred Lorenz mit Bus, Klamotten, Tee, Isogetränken, Bananen und Müsli-Riegeln, die DRK-Helfer (diesmal weitgehend arbeitslos) und die Helferinnen am Verkaufsstand, Monika Klusmann, Ursula Henn, Sigrid Bauer. Wieder mit dabei war auch Franz-Josef Diel. Der frühere Landrat ist als Vorstandsmitglied der Soonwaldstiftung aktiv. Auch Meike Fuchs engagierte sich wieder am Stand. Nicht zu vergessen: Gerhard Schlau, der frühere Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, oder Innungsvorstand und Bäckermeister Karl-Heinz Beck. Die Spenden gehen diesmal an die Soonwaldstiftung um Ingrid und Herbert Wirzius, das Frauenhaus Idar-Oberstein um Karla Quint und Andrea Konrad-Allmann sowie an Interplast um André Borsche. Die Spendendosen bei den Bäckern bleiben noch eine Weile auf den Verkaufstheken stehen. „Wir machen weiter. Das ist eine Herzensangelegenheit“, bekräftigt Alfred Wenz. Das sehen auch die Läufer so. Noch nie sind so viele von Kirn nach Kreuznach durchgelaufen“, sagt Stefan Wurdel von den „Soonwaldkeilern“, einer Sportgruppe der Soonwaldstiftung. Quelle: Armin Seibert
25. November 2025
Bad Kreuznach, 25. November 2025 // Neue Perspektiven und gelingende Integration durch Engagement und Erwerbsarbeit: Das Team im Jobcenter Bad Kreuznach bereichern seit 2022 drei Kolleginnen, die mit viel Eigeninitiative und Fachkompetenz ihren Weg zu festen Mitarbeitenden gegangen sind. Zwei dieser Mitarbeiterinnen, Teamleitung und Geschäftsführer des Jobcenters berichten, wie sie den Werdegang der beiden zur Festanstellung erlebten. „Es erfüllt mich sehr, mit meiner Arbeit Menschen in schwierigen Situationen zu helfen und ich bin stolz, dass ich meinem Sohn ein Vorbild sein kann“, sagt Oleksandra Krymova​, Fachassistentin der Eingangszone des Jobcenters . Die erste Zeit in Deutschland nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine war für mich eine Zeit des Wartens. Ich lebte in Deutschland gewissermaßen auf gepackten Koffern und erwartete die Rückkehr in mein Heimatland, die Ukraine. Damals erkannte ich, dass das Materielle nicht entscheidend ist, um mein neues Leben mit einem Koffer, einem Rucksack und einem zweijährigen Kind an der Hand zu beginnen. Da ich schon ein wenig Deutsch konnte, habe ich angefangen, anderen Menschen ehrenamtlich zu helfen – beim Ausfüllen von Unterlagen und als Übersetzerin. Damit habe ich mir auch selbst geholfen, nicht an der Situation zu verzweifeln. Erstmals mit dem Jobcenter in Kontakt kam ich innerhalb dieses ehrenamtlichen Engagements im Jahr 2022. Das Jobcenter lud mich dann ein zu einem Vorstellungsgespräch ein. Die größte Hürde war die Sprache – besonders die Fachbegriffe. Aber ich habe mich vorbereitet und gezeigt, dass ich lernbereit bin. Zwei Jahre arbeitete ich anschließend als Fachassistentin in der Eingangszone. 2024 entfristete das Jobcenter meinen Arbeitsvertrag und ich bin nun festangestellt. Es erfüllt mich sehr, mit meiner Arbeit Menschen in schwierigen Situationen zu helfen und ich bin stolz, dass ich meinem Sohn ein Vorbild sein kann. „Ich freue mich, dass ich mein Wissen aus der Ukraine im Jobcenter sinnvoll einsetzen und weiterentwickeln kann“, berichtet Albina Kuiava​, Fachassistentin in der Eingangszone . Ich bin 2022 mit meiner Tochter und meiner Mutter aus Kyjiw in der Ukraine geflüchtet. Deutschland war mir durch meine Au-Pair-Zeit bekannt, das hat mir sehr geholfen. Mein Ziel war von Anfang an, hier zu arbeiten und mich zu integrieren. Ich habe schnell eine Stelle bei den Maltesern gefunden. Als das Projekt dort endete, suchte ich aktiv nach einer neuen Stelle und bewarb mich beim Jobcenter. Ich bringe aus der Ukraine über zehn Jahre Erfahrung im öffentlichen Dienst mit und habe gelernt, komplexe Verwaltungsprozesse zu bearbeiten. Der Bewerbungsprozess hier war dennoch eine Herausforderung – Onlineportale, Unterlagen, Fachsprache. Ich habe viel gelernt, weil ich wusste, was ich wollte. Seit Februar 2025 bin ich im Jobcenter angestellt. Ich freue mich, dass ich mein Wissen aus der Ukraine im Jobcenter sinnvoll einsetzen und weiterentwickeln kann. Daneben bin ich schon seit 2024 im Beirat für Migration und Integration aktiv – denn ich möchte zeigen, dass Integration nicht so schwierig ist, wie viele denken. Mit Geduld, Ausdauer und dem Glauben an die eigenen Stärken, findet jeder Mensch seinen Weg in das Arbeitsleben. Davon bin ich fest überzeugt. Thomas Thielen, Teamleiter​ in der Eingangszone des Jobcenters : „Durch die beiden habe ich gelernt, dass man mit der richtigen Motivation auch in einem neuen Land schnell Leistungsträger werden kann.“ Ich empfinde die Zusammenarbeit mit beiden als sehr angenehm. Beide sind wissbegierig, lernen schnell und sind ein echter Gewinn für unser Jobcenter. Beide haben zudem eine hohe IT-Affinität und verhalten sich auch in schwierigen Beratungssituationen sehr professionell. Durch ihren Migrationshintergrund und ihre Sprachkenntnisse genießen sie großes Vertrauen und die Kolleginnen und Kollegen aus anderen Jobcenter-Bereichen fragen sie oft als Übersetzerinnen an. Beide haben Vorbild-Charakter für andere Menschen mit Migrationshintergrund. Joey Isted, Geschäftsführer​ des Jobcenters Bad Kreuznach, ist überzeugt: „Diese Art der Personalgewinnung sendet ein positives Signal für Diversität in unserem Arbeitsumfeld und fördert innovative Lösungen im Jobcenter.“ Wir haben gezielt Stellenausschreibungen veröffentlicht und dabei sowohl Frau Krymova als auch Frau Kuiava angesprochen, da beide durch ihr ehrenamtliches Engagement und ihre wertvollen Erfahrungen als Übersetzerinnen bekannt waren. Im Einstellungsprozess gab es für beide keinerlei Hürden. Für mich ist es ein besonderes Anliegen, die Teamvielfalt und Diversität hinsichtlich Nationalitäten und Sprachen aktiv zu fördern. Sowohl Frau Krymova als auch Frau Kuiava bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, die helfen, sprachliche Barrieren abzubauen und Vertrauen bei unseren Leistungsempfangenden zu schaffen. Das erleichtert die Beratung und verbessert den Zugang zu verschiedenen Gruppen von Leistungsempfangenden erheblich. Menschen mit eigener Migrationserfahrung helfen uns dabei, kulturelle Unterschiede besser zu verstehen und Netzwerke zu stärken. Diese Art der Personalgewinnung sendet ein positives Signal für Diversität in unserem Arbeitsumfeld und fördert innovative Lösungen im Jobcenter. Quelle: Jobcenter Bad Kreuznach
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