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„Eine Oase des Friedens und der Mitmenschlichkeit“ — Eva und André Borsche berichten von Interplast-Hospital in Nepal

Bad Kreuznach, 12. Dezember 2024 //


Seit 27 Jahren betreibt INTERPLAST in Nepal eine Spezialklinik für Plastische Chirurgie und Verbrennungen, die für viele sozial benachteiligte Menschen die letzte Rettung ist. Das Bad Kreuznacher Arztehepaar André und Eva Borsche fuhr nun zum wiederholten Mal dorthin, nicht nur um zu helfen, sondern auch um den Wechsel in der deutschen Leitung zu begleiten. Das Schicksal der vielen verletzten Kinder prägt den Geist dieses wunderbaren Hospitals, ein Vorzeigeprojekt für unsere seit Jahren geleistete Entwicklungshilfe.



Eva und André Borsche (FOTO) sandten uns diesen Bericht zu:

Feuchtkalter Morgennebel liegt an diesem Novembertag über dem grün bewachsenen Tal in Nepal, nahe der Hauptstadt Kathmandu. Am südlichen Hang wird langsam die Silhouette des INTERPLAST-Krankenhauses sichtbar. Langsam beleuchtet das erste Sonnenlicht drei lange Gebäude in Ziegelrot: das Patienten-, das Operations- und das Gästehaus, die einen großen Garten umrahmen. Hein Stahl aus Hennef, Ingenieur bei Interplast, hat das Krankenhaus hier vor 27 Jahren aus einem Ziegelstall mit Kartoffellager erbaut. Quer durch das Tal, unter dem Fluss hindurch hat er damals mithilfe der Männer aus den umliegenden Hütten eine Wasserleitung verlegt, um das Hospital und das Dorf aus der Quelle von der anderen Seite des Flusses zu versorgen. Strom brachte ein Generator aus zwei alten russischen Lokomotiven. Eine hochleistungsfähige Müllverbrennungsanlage entstand aus zwei ausgedienten Ölheizungsbrennern aus deutschen Haushalten. In den Westhang, hinter das Gästehaus modellierte Hein Stahl eine terrassierte, biologische Abwasseranlage, die oben im Krankenhaus verdrecktes Abwasser aufnimmt und unten regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrollierte Trinkwasserqualität abgibt. 



Die Bauarbeiten waren 1998 noch im vollen Gange, da behandelten die Krankenschwester Christa Drigalla und ein emeritierte Professor der Mund-, Kiefer- und Gesichtsheilkunde aus Köln schon die ersten Kinder aus armen Familien mit Lippen- oder Gaumenspalten. Eiskalte Winter, Lungenentzündung und kaum etwas zu essen konnten die drei Pioniere nicht entmutigen. Ausdauer, Selbstdisziplin und ein großes Herz für die bitterarme nepalesische Landbevölkerung ließen sie durchhalten. Mithilfe häufiger Arbeitsaufenthalte befreundeter INTERPLAST-Ärzte, Containerverladungen und „Ameisentransport“ (jeder der dort hinkommt, bringt aus Deutschland etwas mit), entstand ein Krankenhaus mit heute 90 nepalesischen Angestellten und 50 Patientenbetten. 


Inzwischen kämpfen wir weniger mit den kalten Ostwinden, sondern mit staatlichen Listen und Auflagen, um unser kleines Hospital zu stabilisieren und versuchen Anschluss an die entstehende allgemeine Krankenversicherung zu bekommen. Wenn auch die Armut in den letzten Jahrzehnten nicht weniger geworden ist, so wird sie nun statistisch erfasst und verwaltet. Es gibt drei Armutsklassen: Arme, die kein Geld für Kleidung oder Schulgeld haben, dann völlig Mittellose, die in Lumpen Hunger leiden und schließlich die „ethisch Armen“, Unberührbare aus der untersten Kaste.



Hier sind die Menschen ebenbürtig und gleich

Sobald aber diese Menschen das Tor zum INTERPLAST-Hospital durchschritten haben, sind sie ebenbürtig und gleich: jeden von ihnen erwartet eine hochkarätige medizinische Versorgung, ein blühender Garten mit Schaukel und Rutschbahn und eine hingebungsvolle geduldige Pflege, durch die liebevollen Hände der Krankenschwestern. Dieses Krankenhaus ist eine Oase des Friedens und der Mitmenschlichkeit im auch in Nepal immer lauter und hektischer werdenden „modernen Leben“. Durch die selbstlosen Gaben unserer Spender dürfen wir hier relativ frei von ökonomischen Zwängen und ohne durch Geld diktierte Zeitnot, den leidenden Menschen in unseren Fokus nehmen, seine Bedürfnisse zum Maßstab unseres Handelns machen und allein seine Heilung uns als Ziel unseres Tun setzen. 


Die Neuzugänge: verbrannte Kinder, täglich zwei bis vier

An diesem Novembermorgen regt sich nun langsam Leben in den flachen Gebäuden. Gegen die Kälte der Nacht sind unsere kleinen Patienten in drei, vier Decken eingerollt. Großvater, Mutter oder Schwester, die während des gesamten Aufenthaltes unsere kleinen Patienten betreuen, rollen ihre dünnen Schaumstoffmatten zusammen, auf denen sie die Nacht auf dem kalten Betonboden verbracht haben. Um Punkt acht beginnt die Morgenkonferenz der Ärzte. Der Nachtdienst berichtet von drei Neuzugängen: verbrannte Kinder, wovon es täglich zwei bis vier gibt.


Zwei auf gutem Weg


Hilfe in einer der weltbesten Verbrennungskliniken

So z.B. der eineinhalbjährige Roman, gestern noch unbeschwert juchzend, liegt er jetzt schwerverletzt wie apathisch in seinem Bett. Er hatte unter begeisterten Zurufen seines Bruders die ersten selbstständigen Schritte gewagt und war dabei in das Feuer gefallen, das die Mutter zum Aufwärmen angezündet hatte. Voller Hoffnung machte sie sich nun auf den weiten beschwerlichen Fußmarsch ins INTERPLAST-Krankenhaus auf. Dort fanden sie trotz ihrer Mittellosigkeit warmherzige Aufnahme und Hilfe. Vorsichtig wurden Hose, Windel und Hemd vom verbrannten Körper gezogen. Flinke Schwesternhände wickelten saubere Verbände um die frischen Wunden. Das brachte sofortige Erleichterung und Mutter und Kind durften die Nacht im warmen Krankenhausbett verbringen. Am nächsten Morgen wurde nun die Operation für den kleinen Roman geplant. Die Wunden müssen gesäubert und die Haut ransplantiert werden. Die Narkose wird sanft und sicher eingeleitet. Mutter und Kind sind, ohne es zu wissen, in einer der weltbesten Verbrennungskliniken untergekommen. Die naturnahe, landestypisch ländliche Einrichtung lässt nicht auf den modernsten Standard hinter den OP-Türen schließen. Mit der jahrelangen Erfahrung dank der vielen internationalen Experten sind die nepalesischen Ärzte in unserem Hospital bestens geschult, auch mit schwierigsten Verletzungen fachgerecht umzugehen. 


Hingabe, Geduld und Beharrlichkeit aller Mitarbeiter sind Wurzeln des Erfolgs

Die Unterbringung von Patienten und Gästen ist anspruchslos. Unter dem Wellblechdach vor der einfachen Kantine sitzen Ärzte, Gärtner und in Verbände eingehüllte Patienten am selben Tisch. Jeder wird mit dem Notwendigen versorgt. Keine Extras für niemanden. Die jungen Assistenzärzte schätzen die hervorragende Teamarbeit und die flache Hierarchie. Patient und Behandler begegnen sich auf Augenhöhe. Mit unerschöpflicher Geduld erläutern unsere nepalesischen Kollegen den teilweise des Schreibens und Lesens nicht mächtigen Vätern oder Müttern der kranken Kinder das medizinische Vorgehen. Jeder Schritt muss nachvollziehbar sein. Noch so naive Bedenken werden ernst genommen, jeder dort abgeholt, wo er steht. Überhaupt liegt das Geheimnis des Erfolges und der extrem niedrigen Infektionsrate hier im Hospital an der Hingabe, der Geduld und der Beharrlichkeit aller Mitarbeiter. 


Immer wieder erleiden Kinder schwerste Verbrennungen


So kann Amir, der sich vor vier Wochen beim Tragen eines Heißwasserkessels den Unterleib verbrühte, Tag für Tag besser auf seinen, nun transplantierten, jedoch steifen und schmerzenden Beinen stehen und ein wenig gehen, wobei jeder Schritt wie Stiche mit Messern schmerzt. Er beweist dabei dieselbe tapfere Beharrlichkeit wie seine Behandler. 


Trotz heftiger Schmerzen ein Leben wie im Paradies

Samanthas schwarzen Zöpfe hatten beim Suppe rühren Feuer gefangen. Der halbe Kopf stand in Flammen. Zur Heilung sind monatelange Prozeduren geplant. Die gesunde Kopfhaut wird mit Expander-Ballons unter der Haut aufgedehnt, um mit ihr die narbig verbrannten haarlosen Areale zu ersetzen. Unter dem hohen Turban aus ausgewaschenen Bandagen lugen freundlich neugierige Augen hervor. Für die verbrannten Kinder bedeuten die Monate der Heilung ihrer Wunden, der Kette von Operationen Tage und Wochen und trotz heftiger Schmerzen ein Leben wie im Paradies. Jeden Tag Krankengymnastik mit Ballspielen, Turnen auf der Matte oder Versteckspiel zwischen den zum Trocknen aufgehängten flatternden Laken auf dem offenen Dachboden, Malen und Gehen üben. Vom Bett zum Rollstuhl, an den Gehwagen bis zu den ersten Schritten im Hospitalgarten. Immer von Lob und Bestätigung der Physiotherapeuten begleitet. Nach weiteren Wochen kann die Rutsche, die Schaukel oder das neu aufgestellte Trampolin bespielt werden. Die Älteren greifen zum Tischtennisschläger, während Mütter, Väter und Großväter stolz und glücklich, mit Stolz und Dankbarkeit von der Picknickdecke aus die Fortschritte ihrer Kinder begleiten. 



Ein Jahr zuvor stand Niki kurz vor der Amputation eines Beines


Nachdem alles verheilt ist, kehren die Kinder gerne für die nachfolgenden Wundkontrollen an den Ort ihrer ersten Hilfe zurück: Dreieinhalb Tage war Niki und ihr Vater  zu Fuß und im Bus unterwegs, um uns wiederzusehen. Vor einem Jahr sollte ihr Bein amputiert werden. Doch durch einen komplizierten mikrochirurgischen Eingriff mit Knochentransplantation konnte das Bein gerettet werden. Mithilfe eines orthopädischen Schuhes kann sie nun hüpfen, laufen und tanzen, ohne anderen Kindern nachzustehen. Nächstes Jahr kommt sie wieder, um sich einen neuen Schuh anpassen zu lassen.


Sujal hatte total verkohlt in der Ecke eines Tage zuvor abgebrannten Hauses gelegen. Im INTERPLAST-Hospital wurde sein kleiner Körper durch Liebe, Expertentum und Hingabe gerettet. Nun war noch die plastische Korrektur von Narben am Hals und an der Hand angezeigt. Wie „nach Hause kommen“ war es für ihn, als er um die Ecke die vielen spielenden Kinder im Krankenhausgarten erblickte und gleich mitspielen wollte. 


Fröhliches Geschrei klingt vom Fußballplatz vor dem Krankenzimmer

Umar muss noch im Bett liegen bleiben. Sein Ball war beim Spielen in das kleine Feuer im Hinterhof der Familie gefallen, er wollte ihn nicht den Flammen überlassen und verbrannte so mit 63% seiner Körperoberfläche. Die äußerst erfahrenen Ärzte des Hospitals nahmen Haut von allen noch intakten Stellen seines kleinen Körpers, um die Wunden zu bedecken. Doch es reichte nicht. Da bot die Mutter an, einen Stück ihrer Haut vom Oberschenkel abnehmen zu lassen. Das ist zwar keine Lösung für die Dauer, doch wenigstens vorübergehend ist ihr Sohn so gegen Infektion und Schmerz geschützt. Durch tapferes Ertragen des täglichen Verbandwechsels kann eine drohende Blutvergiftung vermieden werden. Umar erholt sich zusehends und darf vorsichtig in den Hospitalgarten, erst nur auf einer Decke im Gras liegen und dabei den anderen zuschauen. Doch nach zwei Wochen wird auch er wieder herumtollen können. Schon lauscht er aus seinem Bett dem „Hallo“ und fröhlichem Geschrei vom Fußballplatz vor seinem Krankenzimmerfenster.


Hein Stahl sagt Adieu nach 27 Jahren Leitung des Krankenhauses


Hein Stahl wird das fröhliche Kinderlachen noch lange in den Ohren klingen. 27 Jahre hat er dem Hospital gedient und damit Hunderten Kindern eine Chance auf ein unbeschwertes Leben gegeben. Nun geht er für immer nach Deutschland zurück und übergibt das Zepter an Prof. Albert Benzing. Wehmut macht sich breit. Doch er fliegt mit glücklichem Herzen. „Einen großen Schatz trage ich in mir“, sagt er, „die Erinnerung und das Bewusstsein, so vielen Menschen geholfen zu haben.“ Auch wir sagen Dhanyabad – Danke, dass wir an diesem wunderbaren Projekt mitwirken und mithelfen dürfen.


Eva und André Borsche




Weitere Informationen und Möglichkeiten der Unterstützung: https://interplast-badkreuznach.de


27. März 2025
Bad Kreuznach, 27. März 2025 // In der ersten Aprilwoche beginnt die Saison für den Solezerstäuber und die Soleberieselung der neun Gradierwerke der Stadt Bad Kreuznach — im Salinental und in den beiden Kurparks. Zunächst werden die großen Soletröge befüllt. Befindet sich im Reservoir Salzwasser in ausreichender Menge, starten die Pumpwerke. Die auf die Krone geförderte Sole rieselt dann an den Schwarzdornwänden herab, sammelt sich im Trog und wird immer wieder nach oben gepumpt. Da bei diesen Umläufen mehr und mehr Wasser verdunstet, steigert sich Grad für Grad der Salzgehalt von ursprünglich 1,5 Gramm pro Liter auf bis zu 20 Gramm pro Liter. Seit ca. 290 Jahren wird diese Gradiertechnik in Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein angewandt und diente bis 1999 der Salzgewinnung. In der Umgebungsluft macht sich der Salzgehalt durch erfrischende, salzhaltige Luft bemerkbar – einer Meeresbrise vergleichbar. Daher erfolgte seit dem 19. Jahrhundert die Nutzung der Salinen als Kuranlagen. Den Anfang bei der Inbetriebnahme macht gleich Anfang April der Inhalationspark im Kurpark Bad Kreuznach. Hier flankieren zwei kleine Gradierwerke den 1928 errichteten Solezerstäuber, der die Aerosole in der Umgebung versprüht. Die kleineren Partikel können tiefer in die Atemwege eindringen und dort wohltuend wirken. Nach und nach läuft dann auch die Berieselung der sechs insgesamt 1,1 Kilometer langen Gradierwerke im Salinental an. 16.000 Quadratmeter Fläche bilden die acht Meter hohen Dornwände, an denen die Sole herabperlt. Effekt auf Kleinklima rund um Gradierwerke wird untersucht Gerade unter dem Gesichtspunkt der Klimaanpassung ist der kühlende und erfrischende Einfluss auf das Kleinklima beachtlich. Wie stark die Wirkung tatsächlich ist, das will die Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH jetzt genau wissen. Sie hat mit der Zustimmung des Aufsichtsrates als von der Stadt beauftragte Eigentümerin der Gradierwerke eine Studie in Auftrag gegeben, die den Klimaeffekt – auch im Hinblick auf das subjektive Empfinden der Menschen – präzise ermitteln wird. Eine vergleichbare Studie wurde bereits für das Gradierwerk Bad Dürrenberg – das größte Einzelgradierwerk Deutschlands – erarbeitet. Die Forscher messen im Sommer nicht nur Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur in unterschiedlichem Abstand zu den Gradierwerk en und visualisieren das Ergebnis – auch ein möglicher Einfluss der großen Dornwände auf die Luftzufuhr zur Innenstadt ist Gegenstand der Berechnungen. Das Projekt wird von einem Startup ehemaliger Studenten der Uni Leipzig durchgeführt. Einen Sonderfall stellt derzeit noch das frisch rundum sanierte Gradierwerk in Bad Münster am Stein dar. Die 150 Meter lange Anlage prägt den Kurpark und sorgt für angenehme Temperaturen auch an heißen Tagen. Doch leider gelingt hier die Salzanreicherung des Wassers durch die Umläufe nicht. Denn dieses Gradierwerk – es ist im derzeitigen baulichen Zustand das jüngste – verfügt nicht über einen oberirdischen Sole-Trog, sondern über einen unterirdischen Tank. Dieser kann jedoch nicht genug Wasser aus der Rheingrafenquelle unter dem Kurmittelhaus aufnehmen. Daher muss ständig neues Wasser nachgespeist werden und so bleibt es bei der relativ geringen Salzkonzentration von ca. 1 Gramm pro Liter. Die GuT will Abhilfe schaffen und einen fünfmal größeren Tank einbauen lassen. Kostenpunkt 120.000 €. Einen erheblichen Anteil würde die Kuna-Stiftung zahlen. Es bleibt abzuwarten, ob auch der städtische Eigenanteil aus dem Haushalt finanziert werden kann. >> Die Gradierwerke werden bis Anfang November berieselt. Die Wintersaison dient dann Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. So soll bis Saisonbeginn 2026 die Neubedornung des mit 320 Metern größten Gradierwerks am Stadion Salinental abgeschlossen werden. Das Foto zeigt Gradierwerk 4 im Salinental  Quelle: Dr. Michael Vesper, GuT (auch Foto)
von Thomas Gierse 17. März 2025
Bad Kreuznach, 17. März 2025 // Ob in Wäldern oder in der Stadt: Rettungshunde und ihre Hundeführer*innen der ASB-Rettungshundestaffel Bad Kreuznach müssen auf alle möglichen Einsatzsituationen vorbereitet sein. Dank der Unterstützung der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH (KRN) konnten die Teams ein besonders abwechslungsreiches und herausforderndes Training auf dem Betriebsgelände in Bad Kreuznach durchführen. Die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes Bad Kreuznach setzt sich aus 17 Ehrenamtlichen und ihren Hunden zusammen. Zweimal pro Woche werden Menschen und Hunde trainiert. Damit die Vierbeiner in jeder Umgebung effektiv arbeiten können, ist eine realitätsnahe und vielfältige Ausbildung essenziell. Hierfür sind unterschiedliche Trainingsgebiete, wie sie die KRN zur Verfügung gestellt hat, von unschätzbarem Wert. In der Werkstatt standen die Hunde vor der Aufgabe, in einer ungewohnten Umgebung mit wechselnden Gerüchen und unterschiedlichen Untergründen zu suchen. Ölgerüche, metallische Oberflächen und andere Ablenkungen machten die Arbeit besonders anspruchsvoll und halfen den Teams, ihr Können in geschlossenen Räumen zu verfeinern. Busse voller Geruchspartikel von Fahrgästen stellten die Hunde vor die Herausforderung, die gesuchten Personen exakt zu lokalisieren. Im freien Gelände übten die Rettungshunde bei wechselnden Windrichtungen. „Unsere Hunde lernen in Bildern und müssen auf so viele verschiedene Szenarien wie möglich vorbereitet sein, um im Ernstfall sicher und effektiv helfen zu können. Sie verlassen sich voll und ganz auf ihre etwa 250 Millionen Riechzellen“, erklärt Ausbildungsanwärterin Christina Heptner. Die Unterstützung durch Unternehmen wie die KRN zeigt, wie wichtig solche Kooperationen sind, um für den Ernstfall bestmöglich ausgebildet zu sein. „Rettungshundeteams brauchen eine regelmäßige und vielseitige Ausbildung, um jederzeit einsatzbereit zu sein. Nur durch realistische Trainingsbedingungen können wir gewährleisten, dass unsere Hunde in allen Einsatzgebieten zuverlässig arbeiten – ob im Wald, in einem Gebäude oder auf engstem Raum“, so Florian Klamt, Leiter der Rettungshundestaffel. Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen Foto: ASB Rettungshundestaffel
10. März 2025
Bad Kreuznach, 10. März 2025 // Gute Nachrichten aus den Diakonie-Kliniken Bad Kreuznach: Die im Gaza-Krieg schwer verletzte sechsjährige Malak hat sich nach einer erfolgreichen Operation gut erholt. Monatelang hatten sich deutsche Hilfsorganisationen darum bemüht, schwer verletzte Kinder aus Gaza zur Behandlung nach Deutschland zu holen. Malak ist erst das zweite Kind, das diese Chance bekommen hat. Malak wurde nach Angaben ihrer Mutter bei einem Beschuss durch einen Panzer im Gazastreifen im Unterleib verletzt. Sie überlebte, weil sie in einem Krankenhaus in Rafah erstversorgt werden konnte. Ihr Bauchwandbruch stellte jedoch nach wie vor eine akute Bedrohung dar: Durch die Lücke in der Bauchdecke hätte sich der Darm einklemmen und zu einem tödlichen Darmverschluss führen können. André Borsche, der vor seinem Wechsel in den „Ruhestand“ jahrzehntelang als Chefarzt der Plastischen Chirurgie tätig war, hat im Diakonie-Krankenhaus viele Kinder aus Krisengebieten operiert. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Kinderabteilung der Diakonie unter der Leitung von Dr. Christoph von Buch werden diese Kinder in Bad Kreuznach medizinisch und pflegerisch bestens betreut. „Besonders dankbar bin ich, dass ich Mohammed Froka für diesen Eingriff gewinnen konnte, den Leitenden Oberarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Chefarzt Dr. Gunnar Proff, der ein Experte auf dem Gebiet der Hernien ist“, erklärt Borsche. In einer zweistündigen Operation versorgten er und Mohammed Ibrahim Froka den ausgedehnten Bauchwandbruch und verschlossen die Bauchwandlücke. Für Froka war es der erste Einsatz für ein „Interplast-Kind“, aber nach eigener Aussage „nicht der letzte“. Sicherheitsbedenken auf Seiten deutscher Behörden Die Genehmigung für die Einreise zur medizinischen Behandlung war schwierig zu erlangen, weil deutsche Behörden Sicherheitsbedenken hatten. In wenigen Einzelfällen wurde schließlich die Einreise in Begleitung einer weiblichen Person genehmigt — so auch für Malak und ihre Mutter. All dies organisierte die Kölner Hilfsorganisation Refugees Foundation. Erst nachdem Dr. Borsche eine Gastfamilie gefunden und zugesichert hatte, die Behandlungskosten zu übernehmen, folgte die Einreisegenehmigung. In Bad Kreuznach sind Malak und ihre Mutter bei der Familie von Ibtessam Beidoun untergebracht, und sie werden von Corinne Werberich liebevoll mitbetreut. „Wir sind unglaublich erleichtert, dass sie die Behandlung so gut überstanden hat“, sagt Malaks Mutter. Sie kann es kaum erwarten, wieder mit ihrer Familie vereint zu sein und ein normales Leben zu führen. Denn ihre Zukunft ist noch ungewiss. Sie wird mit Malak nach Ägypten zurückkehren, wohin sie mit ihren sechs Kindern nach dem Angriff und der Zerstörung ihres Hauses geflüchtet ist. Ihr Ehemann ist in Gaza geblieben. Das Foto zeigt (von links) Corinne Werberich, Noura Sadeq mit ihrer Tochter Malak, Dr. André Borsche und Mohammed Ibrahim Froka Quelle: Sandra Beck Stiftung kreuznacher diakonie
7. März 2025
Kirn, 7. März 2025 // Andreas Götz lächelt, wenn er die alten Bilder und Zeitungsauschnitte durchblättert. Der Maschinenbaumeister arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten in der Kirner Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und hat die Entwicklung des Original Kirner Edelstahlgrills, der 2025 seinen 30. „Geburtstag“ feiert, in den Anfängen miterlebt. „Wir wollten damals zusammen mit den Beschäftigten etwas Langlebiges bauen. Einen solchen Grill kauft man nur einmal im Leben“ , erzählt Götz. 30 Jahre wird der Original Kirner Grill nun schon gebaut – immer wieder weiterentwickelt, ist er heute ein Markenzeichen für Qualität. Der „Schwenker“ lässt mit vielen Details das Herz eines jeden erfahrenen Grillmeisters höher schlagen. „Ein Teil des Geheimnisses ist, dass immer wieder Kunden uns mit ihren Ideen bereichert haben. Zuerst haben wir Grillroste in verschiedenen Größen geschweißt“, erzählt Götz. Als Feuerstelle recycelte man zunächst alte Waschmaschinen-Trommeln: „Erst hatten wir eine Kooperation mit dem örtlichen Schrotthändler später eine mit einem Inklusionsbetrieb in Worms, der sich auf ausrangierte Elektronikteile spezialisiert hatte.“ Das ist alles aber längst Geschichte, heute sind alle Bauteile aus hochwertigem Edelstahl, in einer Materialstärke, die durchaus mehr als eine Generation überlebt.
2. Januar 2025
Bad Kreuznach, 2. Januar 2025 // Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtfach Hauswirtschaft und Sozialwesen der Integrierten Gesamtschule (IGS) Sophie Sondhelm nahmen 2024 an einem besonderen Wettbewerb teil: dem „Leckerness-Wettbewerb“, den der bundesweit tätige Betreiber der Schulmensa „Menüpartner B. V. & Co. KG“ aus Berlin anlässlich seines 30-jährigen Bestehens ausgerufen hatte. Am Ende des Wettbewerbs durfte sich die Klasse über einen großartigen 3. Platz freuen. Die 10. Klasse ging die Herausforderung begeistert an. Die Auswahlkriterien im Wettbewerb waren vielseitig: Mottotreue, Geschmack, Kreativität, Raffinesse und die Umsetzbarkeit in einer Großküche. Den Auftakt des Projekts bildete die Hausaufgabe, ein Rezept zu entwickeln, das idealerweise ein Familienrezept oder ein Wunschgericht für die Mensaküche sein sollte. Aus einer Vielzahl von Ideen wählten die Schüler*innen „Manti“ aus. „Manti“ sind kleine Teigtaschen, die u. a. in der türkischen Küche sehr beliebt sind. Sie bestehen aus einem dünnen Teig, der mit verschiedenen Füllungen versehen wird. Die IGS-Klasse entschied sich für die Füllung mit Rindfleisch beziehungsweise Kartoffeln. Die Teigtaschen werden in der Regel gedämpft oder gekocht und dann mit einer Joghurtsoße oder auch mit zerlassener Butter und Gewürzen serviert. Die leckeren Manti haben in dem Schulwettbewerb darüber hinaus den Vorteil, auch die kulturelle Vielfalt der Schule widerzuspiegeln und Teamarbeit zu fördern. Nachdem das Rezept theoretisch erarbeitet worden war – inklusive Einkaufsplanung und Aufteilung der Zutaten in vegetarische und fleischhaltige Varianten – ging es an die praktische Umsetzung. In einer Doppelstunde bereiteten die Schülerinnen und Schüler die Manti in der Schulküche zu und dokumentierten das Ergebnis mit Fotos. Das Ergebnis war ein wahrer Genuss: Die interkulturellen Teigtaschen schmeckten hervorragend. Am Ende des Wettbewerbs durfte sich die Klasse über einen großartigen 3. Platz freuen. Als Preis erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Geldbetrag für die Gemeinschaftskasse. Die Klasse entschied sich dafür, hiervon 100 € der „Tafel“ zu spenden, um bedürftige Menschen zu unterstützen. Der Wettbewerb war für die Schülerinnen und Schüler eine tolle Gelegenheit, ihre praktischen Fähigkeiten zu erweitern, kreative Ideen zu entwickeln und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen – noch dazu mit einem leckeren Ergebnis. >> An der IGS Sophie Sondhelm haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Rahmen der Wahlpflichtfächer das Fach „Hauswirtschaft und Sozialwesen“ zu wählen. Das Fach wird vierstündig unterrichtet und besitzt einen Hauptfachcharakter. Quelle: Christian Schick Stellvertretender Schulleiter IGS Sophie Sondhelm
11. Dezember 2024
Bad Kreuznach, 11. Dezember 2024 // Zu Beginn der Winterpause geben die Rollstuhlbasketballer der Sportfreunde Diakonie (SFD) einen Rückblick auf die zurückliegende Saison. Damit verbunden die Erinnerung, dass weite Anfahrten zu den Spielen und gelegentlich notwendige Übernachtungen ohne Spenden und Sponsoren nicht zu leisten sind. Zuschauer*innen sind willkommen: Heimspieltage gibt es am 15. Februar und 15. März 2025 um 10 Uhr und 14 Uhr in der Jakob-Kiefer-Halle. Pressesprecher Merlin Pfeiffer verfasste den (leicht gekürzten) Rückblick: Saisonstart 2024/25, als Erste durften in Bonn die Gastmannschaften, @koeln99ers und wir, die @sfd_rollis, unsere Saison antreten. Mit einem knackigen 7:1 starteten die Kreuznacher das Game. Die Kölner holten auf. Durch ein gutes Zusammenspiel und perfekt ausgeführten Spielzügen konnten wir den Abstand erweitern (28:20). Nach der Halbzeit zeigte jeder Spieler sein Können und traf! Wir setzten uns mit 20 Punkten Vorsprung ab. Endergebnis 58:40!!! Neues Spiel, weniger Glück gegen den ASV Bonn. Pässe und Körbe kamen nicht im Ziel an. Halbzeit Ergebnis 18:26 für die Bonner. Die hohe Defense der NRWler zwang uns zu weiten Würfen. Die schnelle Mannschaft ließ uns nicht ins Spiel finden. Trotz Spaß und guten Spielzügen gewannen unsere Gegner mit 37:54. Fazit, Korbdifferenz +1. Auf eine gute Saison!!! 13. Oktober 2024, 11 Uhr, Anpfiff gegen die Heidelberger @sgkrollingchocolate. Das dritte Spiel der Saison verlief nicht gut für uns. Die Hektik der Gastgeber war ansteckend und unsere Pässe fanden nicht die Mitspieler (8:10) Nach dem ersten Viertel verloren wir unser Wurfglück. Zur Halbzeit stand es 18:32. Die Chocolates spielten besser und gewannen mit 35:59. Die Bären aus Essen fuhren um 13 Uhr gegen uns aufs Feld. Endlich wach, spielten wir ein ausgewogenes und schönes Basketballspiel. 21:10 für uns Kreuznacher. Im zweiten Viertel kamen die NRWler wieder ins Spiel und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis. Mit gutem Vorsprung ging es in die Halbzeit 29:20. Jetzt lief es wie am Schnürchen. 43:28 — der Frust wegen der schlechten Trefferquote machte es den @hrbessen unmöglich, an uns heranzukommen und wir siegten mit 63:39! 3. Spieltag der Rollstuhlbasketballer aus Kreuznach: Am sechsten Spieltag der Regionalliga führte uns der Weg nach Köln, wo wir zwei hart umkämpfte Spiele erlebten – eines gegen die Wiesbadener Rhinos und eines gegen die Gastgeber aus Köln. Im ersten Spiel gab es einen knappen Kampf gegen die Rhine-Rhinos-Wiesbaden. Beide Teams reisten ersatzgeschwächt an, dennoch legten die Hessen, die zuvor gegen Köln eine schwache Leistung gezeigt hatten, gegen uns einen Traumstart hin. Wiesbaden traf hochprozentig und dominierte das erste Viertel deutlich mit 18:6. Trotz unserer Umstellung auf eine Pressverteidigung im zweiten Viertel und zwei ausgeglichenen Vierteln in der Folge, gelang es uns nicht, den Rückstand aus dem ersten Abschnitt aufzuholen. Am Ende siegte Wiesbaden mit 51:37. Nach der Niederlage gegen Wiesbaden wollten wir im zweiten Spiel gegen Köln eine Reaktion zeigen. Mit voller Konzentration starteten wir in die Partie und führten nach dem ersten Viertel souverän mit 14:6. Bis zur Halbzeit bauten wir die Führung auf 27:14 aus. In der zweiten Hälfte war Köln jedoch voll aufgestellt, inklusive zweier Ex-Zweitligaspieler, einem Ex-Erstligaspieler und dem Top-Scorer der Liga. Es entwickelte sich eine packende zweite Halbzeit, die von intensiven Zweikämpfen geprägt war. Besonders unser Spieler Göktug Yakut musste viel einstecken und landete nach mehreren harten Fouls oft außerhalb seines Stuhls. Trotz der knappen Viertelergebnisse in der zweiten Hälfte gelang es uns immer wieder, die Schwächen in der Kölner Defensive auszunutzen. Mit großem Kampfgeist und cleverem Spiel hielten wir die Domstädter auf Abstand und sicherten uns einen verdienten 57:51-Sieg. >> Zum Jahresabschluss geht es nächsten Samstag, 14. Dezember 2024, nach Dortmund, wo wir die Nacht verbringen, bevor wir am Sonntag auf die Teams aus Dortmund und Luxemburg treffen. Vielleicht gelingt uns dort eine Überraschung!
4. Dezember 2024
Bad Kreuznach, 4. Dezember 2024 // „Ich möchte, dass wir den Verächtern unserer Demokratie mutiger und entschlossener entgegentreten!“ In einem beeindruckenden Vortrag sprach Joachim Gauck am Montag, 2. Dezember 2024, in der voll besetzten Pauluskirche von Bad Kreuznach über die Bedeutung einer wachsamen und wehrhaften Demokratie. Im Rahmen der Vortragsreihe „Reden bei Paulus“ der Evangelischen Kirchengemeinde fesselte der Bundespräsident a. D. die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit seinem Plädoyer für demokratische Werte und gesellschaftliche Verantwortung. Den musikalischen Auftakt gestaltete Kantorin Carla Braun an der Orgel, bevor Pfarrerin Elfi Decker-Huppert die Gäste begrüßte. Die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner würdigte in ihrer Einführung den Gastredner „mit einem sensiblen und geschulten Blick auf die Demokratie“. Das ehemalige Staatsoberhaupt bringe „immense Erfahrungen“ mit und habe einen „besonderen Blick auf das Thema Freiheit“.
von Thomas Gierse 29. November 2024
Bad Kreuznach, 29. November 2024 // Für Bad Kreuznach als Urlaubsort und Bäderstadt spielen das Bäderhaus und die Crucenia-Thermen eine gewichtige Rolle. Bei zunehmenden Defiziten von jährlich rund 2 Mio. € lastet diese Gewicht allerdings schwer auf dem Haushalt der Stadt, sodass eine Lösung des Problems für die nahe Zukunft unausweichlich erscheint. Darum ging es in einer Sondersitzung des Stadtrates am Donnerstag, 28. November 2024. Inhaltlicher Schwerpunkt der Sitzung war eine Machbarkeitsstudie des Bäderbetreibers „monte mare Betriebs GmbH“ aus Rengsdorf. Diese Studie, eine Grobplanung und Kostenkalkulaiton ohne Wirtschaftslichkeitsbetrachtung, legt nahe, das Bäderangebot zusammenfassen, und zwar in den — erweiterten — Crucenia Thermen und einem Teil des Hauses des Gastes (Gesundheitszentrum). „Das Angebot gegenüber Mitbewerbern ist aus unserer Sicht überholt“, sagt ein Vertreter von „monte mare“ zum Status quo, und es sei schwierig, beide Angebote in derzeitiger Form nebeneinander aufrecht zu erhalten. „Am Bäderhaus in seiner jetzigen Form würden wir nicht festhalten“, lautet die Kurzform. Sanierungsstau, Mitbewerber, Energiekosten, Anforderungen an Nachhaltigkeit, Fachkräftemangel und ausgereizte Erweiterungsmöglickeiten wurden als Aspekte der Analyse genannt. Die Alternative wäre, am Standort der Crucenia-Thermen durch Erweiterung und Umbau Baden und Saunieren — in voneinander abgetrennten Bereichen — zusammenzufassen und um ein gastronomisches Angebot zu erweitern.
9. November 2024
Bad Kreuznach, 9. November 2024 // In Zeiten politischer Unübersichtlichkeit und zunehmender Klimakatastrophen kann Humor die wirksame Medizin gegen den Schmerz der Welt sein. Als jetzt im Theatersaal des Museums für PuppentheaterKultur der Förderpreis für Kunst und Kultur der Stadt Bad Kreuznach verliehen wurde, gewann jedenfalls der Humor die Oberhand, denn ausgezeichnet wurden das Clowntheater Rosina & Babo und — mit einem Sonderpreis — das „Collectif Blamage“ Sigrid Karnath und Hardy Hausting alias Rosina & Babo begeistern seit 25 Jahren mit poetisch-abenteuerlichen Aufführungen ihr Publikum in Deutschland, in der Schweiz und in Luxemburg. Seit 2005 leben sie in Bad Kreuznach und haben hier ihre künstlerische Heimat gefunden. Ihre Auftritte zeichnen sich besonders durch die direkte Interaktion mit den Zuschauern aus – eine Kunstform, die sowohl Kinder als auch Erwachsene in ihren Bann zieht und zum Mitmachen einlädt. Oberbürgermeister Emanuel Letz würdigte besonders ihre Vielseitigkeit: „Das Clownduo hat sich als bedeutender kultureller Akteur in unserer Stadt etabliert und bereichert das kulturelle Leben auf vielfältige Weise.“ Neben ihrer Bühnentätigkeit waren Karnath und Hausting mehr als zehn Jahre als Clowndoktoren tätig. Mit ihrer einfühlsamen Art brachten sie kranken Menschen Freude und Leichtigkeit. Hervorzuheben ist auch ihr Engagement in der Ausbildung: In ihrer 2003 gegründeten Clownschule „ClownWerk Bad Kreuznach – Institut für Clownpädagogik“ vermitteln sie in Workshops und Seminaren alle Facetten des Clownspiels. Als erfahrene Seminarleiter bilden Karnath und Hausting neue Clowns und Klinikclowns aus und geben ihr umfangreiches Wissen an die nächste Generation weiter.
3. November 2024
Ingelheim, 3. November 2024 // Nach mehr als vier Monaten Afrikanische Schweinepest (ASP) sei die Gefahr, die von dem Viraus ausgeht, noch nicht gebannt, erläutern Erwin Malkmus und Dr. Markus Wacker, Beigeordneter beziehungsweise Veterinäramtsleiter in der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Zwar seien seit einiger Zeit haben keine toten infizierten Tiere mehr gefunden worden, was auf das Funktionieren der ergriffenen Maßnahmen hinweise. Allerdings könne man die Einschränkungen noch nicht aufheben. „Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist leider kein Sprint, sondern ein Marathon“, sagte Malkmus. Erst zwei Jahre nach dem letzten Fund eines infizierten Tieres könne man davon reden, dass der Ausbruch eingedämmt worden sei. In den Wintermonaten rechnet das Veterinäramt mit weiteren Kadaverfunden, zudem wird in den betroffenen Gebieten noch Schwarzwild vermutet, das potenziell infiziert ist oder sich mit dem sehr widerstandsfähigen ASP-Virus infizieren wird. Sicher sei, dass infizierte Wildschweine erst nach fünf bis sieben Tagen sterben. Tiere, die durch Jogger, Freizeitaktivitäten oder einen freilaufenden Hund in die Flucht geschlagen werden, laufen gegebenenfalls mehrere Kilometer. Und mit ihnen läuft das ASP-Virus. Um dies zu verhindern, wurden verschiedene Barrieren errichtet: Mit dem Zaun am Rhein soll der Zulauf von Wildschweinen aus den deutlich wildschweinreicheren Regionen gegenüber in Hessen unterbunden werden. Der Rhein ist für Wildschweine kein Hindernis. Der Zaun an der südlichen Kreisgrenze sei ebenfalls fertiggestellt mit dem Ziel, damit den Zulauf aus dem Altrheinarm um Eich und Gimbsheim zu stoppen. Und um eine Verbreitung in Richtung Westen zu verhindern, sind auch entlang der Autobahnen Zäune gebaut worden. „Ich habe Verständnis dafür, wenn Betroffene sagen: ,Irgendwann muss doch endlich Schluss sein. Jetzt ist der Sommer vorbei und man kann immer noch nicht ins Wäldchen.´ Und auch dafür, dass Hundebesitzer ihre Tiere gerne frei laufen lassen wollen, aber noch nicht dürfen“, sagt Dr. Markus Wacker. „Dies mag überzogen erscheinen. Ist es aber nicht. Es hilft keinem, wenn wir die Geduld verlieren. Wir sind der Allgemeinheit gegenüber verpflichtet und nehmen diesen Auftrag und diese Verantwortung sehr ernst, auch wenn wir für das Allgemeinwohl die privaten Rechte einzelner beschränken müssen.“ Wacker und Malkmus betonen, dass alle Anordnungen mit Experten geprüft und Ermessensspielräume genutzt werden. Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen Foto: Thomas Gierse
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